Contact us now
+1-888-846-1732
donnerknispel_header

Tussi gegen Superreich

Tussi gegen Superreich

Kinostart: 31.03.2016
Titel: Familie zu vermieten
Regie: Jean-Pierre Améris
Dauer: 97 Minuten
Verleih: Studiocanal

Violette (Virginie Efira) verkörpert wohl die klassische Tussi vom nebenan. Sie ist allein erziehende Mutter von 2 Kindern, hat einen Berg an Schulden und immer wieder wechselte Männerbekanntschaften. Die kleine Familie wohnt in einer heruntergekommenen Gegend, die eine Mischung aus Trailerpark und Kleingartensiedlung ist. Als wären das nicht schon genug, steht Violette nun auch noch vor Gericht, da sie Essen in einem Supermarkt mitgehen lassen hat. Ihr gegenüber steht Paul-André (Benoit Poelvoorde). Unglaublich reich, depressiv und mit dem goldenen Löffel im Arsch unterwegs. Da Geld alleine alles andere als glücklich macht und die kleinen Pillen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren, sucht Paul-André nach einem neuen Weg seinen Depressionen zu entfliehen. Da kommt ihm Violette mit ihrer Familie genau recht. Paul-André macht Violette ein mehr als unmoralisches Angebot. Er übernimmt Violettes Schulden, dafür wird er Teil der kleinen Familie.

Violette schlägt in den Deal ein und so beginnt das Familienchaos zwischen 2 Welten die so überhaupt nicht zusammen passen wollen.

Familie zu vermieten reißt viele Klischees an, geht dann aber auf die meisten doch nicht wirklich ein. Weniger scheint mehr zu sein. Ach hier haben wir ja schon wieder eins. Ach ne, doch nicht. Schon wieder vorbei. Auch die beiden Lebensweisen von Paul-André und Violette schreien nach Konflikten. Das Konflikte Rodeo ist zwar eröffnet, doch wenn man sich mal selbst in die Situation rein denkt, merkt man schnell da ist noch viel Platz nach oben. Immer wieder kommt man an den Punkt, an dem man mehr will. Mehr Tiefe, mehr Details, einfach mehr eben.
Senenbildtechnisch sehen wir hauptsächlich die riesige, vollkommen klinisch und steril wirkende Villa von Paul-André und zum anderen die renovierungsbedürftige und beengte Wohnung von Violette, bei der aufräumen definitiv nicht auf Nummer 1 der to-do Liste steht.

Insgesamt nette Unterhaltung, aber eben nur nett. Französische Filme freuen sich zwar in Deutschland über eine wachsende Fangemeinde, aber hier blinkt nicht das musst-du-sehn-Lämpchen. Ab und an wird die Moralkeule geschwungen und auch die Gesellschaftskritik bekommt ihre 5 minutes of fame. Gemütlich aufs Sofa gefläzt reicht für Familie zu vermieten vollkommen aus.

The following two tabs change content below.

Film Knispel

Zwischen all den Allüren besetzten Filmkritiker, ist mein Bestreben die Pressevorführung nicht nur zu überleben, sondern auch meinen coffee for free zu genießen.

Neueste Artikel von Film Knispel (alle ansehen)