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Mit dem Finger On Point

Mit dem Finger On Point

Kinostart: 23.06.2016
Titel: Die Frau mit der Kamera – Porträt der Fotografin Abisag Tüllmann
Regie: Claudia von Alemann
Dauer: 92 min
Verleih: Film Kino Text
Genre: Dokumentation

Claudia von Alemann erzählt die Geschichte von ihrer langjährigen sehr engen Freundin Abisag Tüllmann (1935-1996). Einer Fotografin, die immer aus dem Hintergrund, mit ihrem Finger on Point all ihre Motive zum strahlen brachte und ihren einen ganz persönlichen Charakter einhauchte. In mehr als 500 schwarz-weiß Fotografien erleben wir Abisags Leben – ihr Werk und durch wandern die Zeit der 1960er bis in die 1990er Jahre.

3 Tage nach Abisags Tot laufen wir durch ihre Wohnung, in der alles noch genau so ist, wie sie es zurück gelassen hat. Die Kamera wandelt frei drauf los und bleibt immer wieder an Details hängen. In all der Ruhe, die herrscht,kannst du alles auf dich wirken lassen. „Die Wohnung war so ungewöhnlich und so beseelt von ihr, ich wollte das unbedingt festhalten, bevor es weggeräumt wird“, erinnert sich Alemann an genau diese Tage direkt nach Abisags Tod im Herbst 1996.
Bilder erheben vor Worten ihre Stimme und kreieren große Emotionen. Nicht verwunderlich, dass „Die Frau mit der Kamera“ eine Nominierung für den Hessischen Filmpreis in der Tasche hat. Viele Wegbegleiter aus Abisags Leben kommen zu Wort und beschreiben, wie sie die Fotografin erlebt haben. Abisag hat es wie keine Andere immer wieder verwirklicht ihre Kamera in Situationen zu zücken, in denen es anderen schlichtweg untersagt wurde. Der legendäre Hörsaal6 gehört definitiv auf diese Liste. Die Gabe der Beobachterin machte sie einfach einzigartig. Egal ob Studentendemos, Debatten oder Häuserkampf – Alles feste Stationen in ihrem privat als auch in ihrem Leben der Fotografin. Auch war Abisag bei der Gründung des Frankfurter Weiberrates dabei. Kurzum die Frau hat soviel erlebt und konnte bei unsagbaren Momenten der Frauengeschichte beiwohnen. Hut ab! Bei einer Dokumentation solcher Art ist es immer relativ prekär über Kameraführung oder Soryline zu philosophieren. Nach all den Eindrücken hat Claudia von Alemann meiner Meinung nach ihre Dokumentation genau so aufgezogen, wie es Abisag gerecht wird. All die Bildern, Eindrücken, Klebezettel und Statements können sich bei dem tonlosen Abspann setzten.

Du solltest den Film sehen, wenn…

… du dich nicht scheust auch für eine Dokumentation im Kinosessel Platz zunehmen. Hier geht es nicht um die pompöse und actionreiche Unterhaltung sondern um das Leben einer Frau, die immer dabei war, aber doch immer die Rolle der Beobachterin dem großen Blitzlicht vorgezogen hat.

 Das donnerknispel Barometer steht auf 3/5

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Film Knispel

Zwischen all den Allüren besetzten Filmkritiker, ist mein Bestreben die Pressevorführung nicht nur zu überleben, sondern auch meinen coffee for free zu genießen.

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