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EIN VERGEBENES FILMERISCHES PLÄDOYER AN DEN FEMINISMUS

EIN VERGEBENES FILMERISCHES PLÄDOYER AN DEN FEMINISMUS

Dieser Feminismus… Wir alle haben bereits von ihm gehört, vielleicht kann die ein oder andere Person von seiner Existenz berichten, doch für die Meisten scheint er immer noch ein wahrer Mythos zu sein. Gerade die Traumfabrik Hollywood zeichnet sich nicht gerade damit aus, dass der Feminismus eins ihrer Top 3 Themen ist.

Die französische Regisseurin und Schauspielerin Nicole Garcia hat es sich zur Aufgabe gemacht genau diese Wunde zu heilen. In Zeiten in denen sich Top Schauspielerinnen wie Charlize Theron oder Mila Kunis öffentlich dazu Stellung nehmen, dass sie es einfach nicht mehr einsehen lediglich ein Bruchteil der Gage ihrer männlichen Kollegen zu bekommen, sollte doch eigentlich klar sein, dass hier eine wahre Großbaustelle brach liegt.

 

 

Die Filmadaption des weltweiten Bestsellerromans „Die Frau im Mond“ von Milena Agus schien Nicole Garcia perfekt für diese Mission. Die kraftvolle Darstellungsweise des Frauenschicksals gleicht einem Zugpferd der weiblichen Selbstverwirklichung. Der Hauptcharakter „Gabrielle“ lebt zu einer Zeit, in der nicht aus Liebe sondern aus Gründen der Absicherung geheiratet wird. In den 1950er Jahre in der Provence werden die Geschlechterrollen großgeschrieben, gesellschaftlichen Konventionen müssen um jeden Preis aufrecht gehalten werden und eine hellwache Sexualität hat eine Frau schon gar nicht zu haben.

Die Verwirklichung des Films machte eine Neuinterpretation der ursprünglichen Geschichte unabdinglich, allerdings sollte die eigentliche, ganz persönliche Faszination auf keinen Fall aus den Augen verloren werden. Dieses Mysteriöse und Imaginäre, das den Hauptcharakter „Gabrielle“ durch den kompletten Film trägt, scheint für Nicole Garcia gar so eine Art Leitfaden für das Leben jeder Frau zu sein.

 

Für mich repräsentiert sie [die Geschichte] das Imaginäre, seine Stärke und heilsame Kraft. Was Gabrielle durchlebt, habe ich ebenfalls erlebt und viele andere Frauen auch. Diese Stärke ist ein Teil von uns, eine Stärke, die universell ist und das Leben überlebensgroß gestaltet, und sie ist es, die uns das Wunderbare anstreben lässt, das Unbekannte.
Nicole Garcia

 

Die Besetzung der Hauptrolle mit Marion Cortillard war für Nicole Garcia alternativlos. Selbst die längere Wartezeit auf Marion, bis diese ihre amerikanischen Filmpflichten nach gekommen war, war kein Grund an der Oscar prämierten Schauspielerin zu zweifeln. Doch all dieses Engagement und die Power brachten das Projekt, den Feminismus in ein helles Licht zu rücken, letztendlich dem gewünschten Ziel kein Stück näher.

Die Frau im Mond“ kratzt lediglich nur an der Oberfläche und zerbricht wie die Figur der „Gabrielle“ selbst an den eigenen Träumen. Marion Cotillard zeigt zwar eine hingebungsvolle Darstellung voller Gefühl und einer anmutigen Sinnlichkeit, wie ich sie bis jetzt noch nicht ansatzweise vergleichbar gesehen habe, aber all das zieht den Karren am Ende auch nicht aus dem Dreck. Zu leichtfüßig und abschweifend ohne dabei das Problem an den Eiern zufassen.

 

Ansatz ausgezeichnet, Umsetzung leider mangelhaft.

 

 

 

Kinostart: 02.03.2017
Titel: Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe
Regie: Nicole Garcia
Dauer: 116 min
Verleih: STUDIOCANAL
Genre: Drama

 

Mit dabei:

Marion Cotillard  – Louise Garrel  –  Alex Brendemühl  –  Brigitte Roüan  –  Victoire Du Bois  –  Aloise Sauvage  –  Daniel Para  –  Jihwan Para  –  Victor Quilichini  

 

Das donnerknispel Barometer steht auf 2/5

 


 

 

 

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donnerknispel

donnerknispel ist die Oberknispel. Mit anderen Worten: head of f#cking everything! Ich bin schon einige Zeit in diesem Inetrnet unterwegs. Wenn ich einmal alt bin und sterben werde, werden meine 100 Hundis mich auffressen...

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