Contact us now
+1-888-846-1732
donnerknispel_header

DIE AMIS UND IHRE KRIEGSFILME

DIE AMIS UND IHRE KRIEGSFILME

Kriegsfilme scheinen aktuell extrem hoch im Kurs zu stehen. Gleich 2 Schmankerl hat der große Bruder über dem Teich in den nächsten zwei Wochen für uns parat. Wie es sich für einen Kriegsfilm aus der Feder des heiligen Land des Krieges gehört, lehnt sich natürlich niemand gegen die Macht des Krieges auf. Da geht man mal kurz zur Army und ratzfatz ist man zum Volksheld einer kompletten Nation geworden. Einmal kurz nicht auf gepasst und puff berühmt. Oder etwa doch nicht?

 

HACKSAW RIDGE – DIE ENTSCHEIDUNG

Kinostart: 26.01.2017
Regie: Mel Gibson
Dauer: 131 min
Verleih: Universum Film GmbH
Genre: Drama, Biographie, Kriegsfilm

Desmon Doss (Andrew Garfield) war schon immer anders als alle anderen. Gezeichnet durch seine Kindheit lehnt er Gewalt und Waffen ab. Er möchte Menschen helfen und sie heilen. Als er diese Einstellung auch bei der Arme an den Tag legt, scheint sein Weg zum Sanitäter beendet. Durch Vitamin B schafft er es direkt auf das Schlachtfeld. Desmon darf als Sanitäter arbeiten, jedoch auf eigenen Wunsch ohne Waffe mitten im Krieg. Während sich seine komplette Gruppe zurück ins Lager verzogen hat, bleibt Desmon alleine zurück und kämpft auf seine Art um jeden einzelnen Verwundeten. Heldenhaft opfert er sich auf und retten einem nach dem anderen ins sichere Lager.

Der starke Glaube und die Army sind die Säulen, auf denen Helden stehen. In den Krieg ohne Waffe zu ziehen scheint auf den ersten Blick als eine erstklassige Schnapsidee. Wobei es generell bedenkenswert ist überhaupt in den Krieg zu ziehen. Desmon zeigt mit seiner wahren Geschichte, was es bedeuten an etwas zu glauben und für seine Ideale einzustehen. Gleich wie groß die Demütigung ist, die einem entgegen gebracht wird. Nachdem ihm die Tapferkeitsmedaille Medal of Honor verliehen bekommen hatte streckten die unterschiedlichsten Filmbosse die Finger nach seiner Geschichte aus. Doch Desmon blieb hart. Er wollt die Rechte an seinem Leben nicht verkaufen und lieber im Hintergrund bleiben. Erst kurz vor seinem Tod konnte er überzeugt werden, dass es an der Zeit sei seine Geschichte zu erzählen. Mit Mel Gibson wurde ein hochkarätiges Mastbulle mit ins Boot geholt. Eine gefühlte 30 Minütige Kriegsszene, die seines Gleichen sucht festigt genau diese Wahl. Der Film zeigt eine Ausnahmegeschichte, die trotz der Grausamkeit von einem unglaublich großem Herz erzählt. Ohne zu sehr zu spoilern reißen für mich die letzten 5 Minuten den Film in die absolut falsche „Krieg ist mega toll“-Richtung. Das hat genau diese Geschichte nicht verdient. Zum Schluss bleibt für mich doch zu sehr der Beigeschmack, das die falschen Helden angebetet werden.

 

Das donnerknispel Barometer steht auf 3/5

 


 

DIE IRRE HELDENTOUR DES BILLY LYNN

Kinostart: 02.02.2017
Regie: Ang Lee
Dauer: 110 min
Verleih: Sony Pictures
Genre: Kriegsfilm, Drama

Gerade frisch aus dem Gefecht im Irakkrieg nach Hause gekommen werden der 19-jährige Soldat Billy Lynn (Joe Alwyn) und seine Kameraden auf eine landesweite Siegestour durch die USA geschickt. Jeder soll sehen wie wahre Helden aussehen, die dem Feind die Stirn geboten haben. Während der fuminalen Halbzeitshow des Football-Spiels am Thanksgivings Abend bröckelt die Fassade der perfekten Helden und das nicht zu knapp. Die amerikanische Feier-Euphorie wird von der Realität auf eine harte Probe gestellt.

Kaum vorstellbar, wie es ist, wenn die eigene Geschichte nicht mehr einen persönlich gehört, sondern einem ganzen Land. Zwischen Cheerleader, Bier, der verbitterten Schwester zuhause und dem Wusch nach Ruhe. Da kann auch das typische seufzende Gesicht von Kristen Stewart nicht mehr helfen (Obwohl hier der gequälte Gesichtsausdruck perfekt passt). Ein Held der Nation muss nun mal im Rampenlicht stehen und immer weitere junge Menschen dazu motivieren ihr Leben für „das Richtige“ zu geben. Oscarpreisträger Ange Lee („Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“) versucht die krasse Lücke zwischen der scheiß Realität im Krieg und der Euphorie, die gefühlt jedem Amerikaner aus den Augen sprüht, wenn er an seine Helden im Irak denkt, zu schließen. Doch Ange Lee tappt halstief in die Kitsch Falle. Fanatische Cheerleader, die ihr letztes Höschen für „ihre Jungs“ geben würden sind für mich einfach zu viel. Obwohl, vielleicht ist die Darstellung auch einfach perfekt, so wie sie ist? Ich erkenne klar worauf Ange Lee hinaus will. Einen Soldaten, der gerade aus einem Kriegsgebiet kommt genau vor einem nicht angekündigtem Feuerwerk zu stellen ist auf der Dummheitsskala extrem weit oben, aber trotzdem schwingen mir zu viele heimatliebende Vibes mit.

 

Das donnerknispel Barometer steht auf 1,5/5

 


 

 

The following two tabs change content below.

Film Knispel

Zwischen all den Allüren besetzten Filmkritiker, ist mein Bestreben die Pressevorführung nicht nur zu überleben, sondern auch meinen coffee for free zu genießen.

Neueste Artikel von Film Knispel (alle ansehen)