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AXOLOTL OVERKILL – VOM KULT IN DAS SCHUSSFEUER

AXOLOTL OVERKILL – VOM KULT IN DAS SCHUSSFEUER

Gras ist über die Sache gewachsen. Helene Hegemann veröffentlichte 2010 ihren ersten Roman „Axolotl Roadkill„. Von Null auf Hundert wurde das Werk gehypt. Wieder einmal wurde die neue Stimme der deutschen Literatur ausgerufen. Doch genau so schnell kamen auch die heftigen Plagiatsvorwürfe auf. Helene Hegemann soll zahlreiche Zitate und Wortspiele des Berliner Autors Airen aus dessen Werk „Strobo‚“ ohne eine einzige Angabe der Quelle verwendet haben.

Nun sind knappe sieben Jahre vergangen und der Trubel scheint vergessen zu sein. So wagt Helene Hegemann den nächsten Schritt und bringt ihren Roman mit dem Titel „Axolotl Overkill“ auf die Kinoleinwand.

Ihre 16-jährige Hauptfigur Mifti lebt im Zirkel der Berliner Rich Kids. Mutter tot, Vater hat genug Geld, um alle Sperenzchen der Kinder zu zahlen, doch sich um die Kinder kümmern kann doch bitte jemand anders. So scheint es vollkommen normal, dass Mifti eine Beziehung mit einer doppelt so alten Frau hat, von einem Alkohol und Drogen Exzess in den nächsten hüpft und der Rauswurf von der Schule nur noch Haaresbreite entfernt ist. Sex mit Fremden, Partytage in der Berliner Elektroszene und Miftis neue Freundin Ophelia tragen nicht gerade dazu bei, wieder auf den rechten Weg zukommt.

 

 

Authentisch und doch irgendwie so weit weg. Helene Hegemann will mit ihrem Regiedebüt nach all den Plagiatsvorwürfen um ihren Roman viel, teilweise doch zu viel. Obwohl es beim näheren Hinsehen dann doch genau diese enorme Masse an Overload braucht, um all das Chaos der Storyline zu fassen. Oft genug haben wir bereits den Twist junges Mädchen kommt in die große Hauptstadt und verliert sich in der Partyszene gesehen. Helene Hegermann schafft es für mich trotz all der Abgeklärtheit und Aufgedrehtheit, die die Rolle der Mifti mit sich bringt, die Authentizität beizubehalten und nicht vollkommen abzudriften. Neben Helenes eigenem Spielfilmdebüt feiert auch Oliver Polak mit „Axolotl Overkill“ sein Debüt auf der Kinoleinwand. Wir feiern das eine Debüt genau so wie das andere und wollen von beiden mehr. Der unangefochtene Star dieser Produktion ist bleibt Jasna Fritzi Bauer, die eine unglaubliche schauspielerische Leistung den kompletten Film durch abruft. Man kommt gar nicht auf den Gedanken, dass sie privat ein anderes Leben führen könnte. Alles fügt sich wie ein Puzzle zusammen und überspielt die starke die Schwermütigkeit und Verbitterung die dem Film zu Grunde liegen.

 

Regie: Helene Hegemann
Kinostart: 29. Juni 2017

Dauer: 96 min
Verleih: Constantin Film
Genre: Drama

Mit dabei:

Jasna Fritzi Bauer    Arly Jover  –  Mavie Hörbiger   Laura Tonke  –  Julius Feldmeier  –  Hans Löw  –  Christopher Roth  –  Bernhard Schütz

 

Das donnerknispel-Barometer steht auf 4/5

Das donnerknispel Barometer steht für "Axolotl Overkill" auf 4 von 5 Blitzen.

 

 


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Film Knispel

Zwischen all den Allüren besetzten Filmkritiker, ist mein Bestreben die Pressevorführung nicht nur zu überleben, sondern auch meinen coffee for free zu genießen.

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