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Im Interview: NEONSCHWARZ

Im Interview: NEONSCHWARZ

Mit „Metropolis“ haben Neonschwarz ihr neustes Baby auf den Markt geworfen. Höchste Zeit, dass wir ihnen Löcher in den Bauch fragen. Was für sie „Metropolis“ wirklich ist und für welche Aktion, du dich definitiv engagieren solltest, kannst du im Interview nachlesen.

Am 06.05. kam euer Album „Metropolis“ raus. Wie lange habt ihr dran gearbeitet?
Marie:
Ungefähr ein Jahr – und in dem hat sich Metropolis Stück für Stück zusammengesetzt. Wir waren nicht zwei Wochen geballt im Studio, sondern haben übers Jahr verteilt immer weiter geschrieben und weiter aufgenommen, es sind Songs dazu gekommen und andere wurden verworfen. Und parallel dazu haben wir Konzerte gespielt.

Schreibt jeder seinen Part selbst? In wieweit könnt ihr euch gegenseitig reinreden?
Captain Gips:
Grundsätzlich schreibt schon jeder seinen Part selbst und anschließend sprechen wir darüber und geben uns gegenseitig Feedback. Die Parts stehen ja nicht nur für sich selbst – ein Song muss ja auch ein Gesamtwerk sein.

Eurer Album „Metropolis“ ist schon sehr abwechslungsreich. Trotzdem zieht sich der Rote Faden durch. Habt ihr lange für die Reihenfolge der Tracks gebraucht?
Johnny:
Tatsächlich gibt es stimmungstechnisch ein Auf- und Ab auf der Platte, das macht aber wohl auch Neonschwarz aus denke ich. Da sich die Stadt Metropolis nicht klar einordnen lässt, dürfen auch die Songs alle Seiten der Stadt abdecken. Deswegen ist die Reihenfolge vielleicht gar nicht so superwichtig. „Dies Das Ananas“ als Opener und „Die Eskalation“ eher zum Ende waren aber irgendwie klar.

Wie sieht euer eigenes „Metropolis“ aus?
Eine Stadt, die auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten ist, in der nicht alles der Profitmaximierung unterworfen wird. Das wäre das Ideal. Das Metropolis, um das sich unser Album dreht, ist allerdings wesentlich Realitätsnaher. Wir beschreiben dort durchaus auch die negativen Seiten.

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Marie, auf dem Album fällt auf, dass du immer mehr rappst. Wie kommt es? Und sind es auch zwei unterschiedliche Herangehensweisen, oder ist es egal ob du den Text singst oder rappst?
Marie:
Ich hatte einfach Bock drauf und wollte nicht immer nur die Hook singen. Manchmal mische ich auch beides, je nachdem, wie es sich zum Beat am besten anfühlt. Meist hab ich erst den Rhythmus, die Melodie, den Flow von dem was ich machen will im Kopf und schreib dann den Text. Man kann mit der Stimme ja viele Sachen anstellen und ich guck gerne, was sich für welchen Beat und welchen Inhalt am besten eignet. Eine Hook, in der die Jogginghose angehimmelt wird, war für mich zum Beispiel ganz klar ein Fall fürs Singen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Farhot?
Marie:
Der hat sein Studio direkt um die Ecke von uns, da war der Weg nicht weit. Als wir bei ihm waren und unter vielen anderen den Check Yo’Self Beat gehört haben, war uns gleich klar, dass wir darauf was machen wollen.

Das Video zu „Check Yo´Self“ habt ihr in Marseille gedreht. Warum genau da?
Johnny:
Wir haben eine Stadt gesucht, die sowohl schöne als auch dreckige Ecken hat. Marseille ist eine Stadt mit einer langen HipHop-Geschichte und man sieht an jeder Ecke Graffiti und Tags. Außerdem ist es eine Hafenstadt wie Hamburg, der man die Weltoffenheit schnell anmerkt. Es gibt neben der HipHop-Szene eine recht große linksalternative Community und z.B. auch antirassistische Fußballfans. Mittlerweile kennen wir ein paar Leute vor Ort. Sehr sehr coole Stadt!

Wie ist es einen DJ fest dabei zu haben? Wie kam es zu diesem Schritt?
Tourmanager Sjard:
Spion Y ist ein Sunnyboy und liefert sowohl an den Decks als auch an der Theke grandios ab. Alle haben schnell gemerkt, dass es ein fetter Gewinn ist für die Band, sowohl auf Show-Ebene als auch menschlich.
Marie: Er ist auf jeden Fall der Diplomat in der Band.

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Ihr habt immer eine Botschaft in euren Texten. Bekommt ihr direktes Feedback der Fans? Zum Beispiel von irgendwelchen Aktionen zu denen ihr sie inspiriert habt?
Johnny:
Tatsächlich haben uns schon oft junge Menschen, vorwiegend in ländlichen Regionen erzählt, dass sie sich durch uns zum ersten Mal mit Politik, Anti-Nazi-Arbeit, politischem HipHop usw. auseinandergesetzt haben. Gerade die Kids auf den Dörfern, die oft in sehr bürgerlichen bis stumpf-rassistischen Milieus aufwachsen, damit in Berührung zu bringen, ist doch sehr cool.

Habt ihr gerade ein Projekt im Kopf, auf das ihr gerne aufmerksam machen wollt?
Alle:
Es gibt ja immer was zu tun. In vielen Städten gibt es ja besetzte Häuser und selbstverwaltete Projekte, da lohnt es sich oft die Leute zu unterstützen und sich einzubringen. Außerdem stellen die Leute von JUGEND RETTET e.V. gerade was Wichtiges auf die Beine und haben ein Boot gekauft, mit dem aktiv Seenotrettung geleistet werden kann auf dem Mittelmeer. Die Finanzierung läuft noch: Wenn ihr könnt, schickt denen mal ein paar Moneten rüber: https://www.jugendrettet.org

Gibt es immer nur Neon und Schwarz im Leben? Oder doch auch was dazwischen?
Johnny:
Es gibt ein Graffiti-Magazin namens „Neongrau“, das dürfte dann genau dazwischen liegen.

Was würdet ihr gerne gewinnen, das man nicht kaufen kann?
Tourmanager Sjard:
Ein Fußballspiel gegen die Kollegen von Feine Sahne Fischfilet. Wird Zeit, dass mal so eins stattfindet.
Spion: Sofern wir das gewinnen könnten, wäre ein ganzjähriger Sommer und Frührente eine Idee.

Ihr dürft eine Band mit auf die klassische einsame Insel mit nehmen. Welche ist es? Könnt ihr euch auf eine einigen?
Spion:
Waving the Guns. Mit diesen sympathischen Labelkollegen haben wir bereits etwas Zeit an einem langen Tourwochenende verbracht und gemerkt, das wir gut miteinander auskommen und vor allem sehr gut Party zusammen machen können. Echte Sunnys.
Marie: Oder wir nehmen Findus mit und überreden sie bei nem dicken Kokosnuss-Cocktail zur Wiedervereinigung.

Was ist eure Lieblingspizza?
Marie: Dies Das Ananas.
Spion: Ja, Ananas und doppelt Käse. Dazu kann wunderbar ein Papayasalat serviert werden.

Liebsten Dank für eure Zeit. Und eine Tonne voll Probs an euch 🙂

 

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Musik Knispel

RAMMSTEIN hat mich zum Bau eines eigenen Flammenwerfers inspiriert, während ich bei Kontra K zum Fangirl mutiere. Mein erstes Konzert war "The Kelly Familie", was meinen Musikgeschmack wohl lebenslänglich beeinflusst hat.

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